„maaev / migration-audio-archiv e.V. macht biografische Erzählungen hörbar – als Stimmen, die Geschichte sind und Geschichte machen.“
Seit seiner Gründung arbeitet der Verein daran, Erzählungen von Migration sichtbar und hörbar zu machen.
Dieser Impuls – Erzählen und Zuhören als kulturelle, soziale und politische Praxis ernst zu nehmen –
zeigt sich bis heute in zwei miteinander verbundenen Feldern: in der praktischen Projektarbeit des
Archivs, in Ausstellungen, Hörfunk- und Museumsformaten, Stadtprojekten und ClimateNarratives;
und in der theoretischen und forschenden Auseinandersetzung mit Hören, Sprechen und Zuhören – in
Hochschullehre, Forschung, künstlerischer Praxis und der Reflexion dialogischer Formen.
Das migration-audio-archiv zeigt seit über zwanzig Jahren, wie tief persönliche Geschichten das
Verständnis von Migration verändern: nicht über Zahlen oder Kategorien, sondern über Menschen, die
von Aufbruch, Verlust, Arbeit, Diskriminierung, Liebe, Alltag, Hoffnung und Zugehörigkeit erzählen.
Der Verein trägt diese Erzählpraxis, entwickelt sie weiter und öffnet Räume, in denen Stimmen gehört
werden, die im öffentlichen Diskurs oft überhört werden. Diese Form des Zuhörens – konzentriert,
respektvoll, ungekürzt – schafft Resonanzräume jenseits von verkürzten Debatten und stärkt eine
dialogfähige Gesellschaft.
Aus dieser Erfahrung entsteht heute auch ClimateNarratives: ein Feld, in dem Menschen über
Klimaflucht, Klimaengagement und veränderte Lebensbedingungen sprechen. Die Methode bleibt dieselbe:
zuhören, ernst nehmen, kontextualisieren – und Geschichten als Ausgangspunkt für Verständigung und
gemeinsame Zukunftsfragen begreifen.