NOEMI RAZ

Leh­re­rin aus Köln

"Ich glau­be, ich wer­de bis zum En­de mei­nes Le­bens nicht mehr das Ge­fühl be­kom­men, dass ich ir­gend­wo zu­hau­se bin."

Kurzinfo
Bis heu­te kann Noemi Raz ih­ren - längst to­ten - El­tern nicht ver­zei­hen, dass sie sie mit 14 Jah­ren aus ih­rem Le­ben in Tel Aviv he­raus­ge­ris­sen ha­ben. Ob­wohl sie fest vor­hat­te, so­fort nach dem Abi­tur nach Is­ra­el zu­rück­zu­keh­ren, lebt sie im­mer noch in Deutsch­land. Zu­nächst blieb sie der Lie­be we­gen hier, dann, weil sie ein Kind hat­te, spä­ter we­gen der Ar­beit.
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Abstract / Zusammenfassung
Noemi Raz wurde in Tel Aviv ge­bo­ren, für sie die schön­ste Stadt der Welt, die west­lichs­te Stadt Is­ra­els, me­di­ter­ran, kul­tu­rell- und welt­of­fen. Ih­re El­tern wa­ren 1939 von Wien nach Pa­läs­ti­na ge­flo­hen, auf ei­nem ur­al­ten Schiff, ei­nem "See­len­ver­käu­fer". Sie wuchs vol­ler Hass und Miss­trau­en ge­gen die Deut­schen auf, war ei­ne stol­ze Is­ra­e­lin, die das Land mit auf­bau­en woll­te. Als ih­re El­tern ihr mit­teil­ten, dass sie nach Deutsch­land aus­wan­dern wol­len, war die 14-Jäh­ri­ge scho­ckiert, sie konn­te ih­re El­tern nicht ver­ste­hen. An die Über­fahrt kann sie sich nicht er­in­nern, wein­te aber Ta­ge und Näch­te lang, kon­te sich an das "graue Deutsch­land" nicht ge­wöh­nen, das Le­ben im "ver­hass­ten Na­zi­land" war ei­ne Qual. Bis heu­te kann sie ih­ren - längst to­ten - El­tern nicht ver­zei­hen, dass sie sie aus ih­rem Le­ben in Tel Aviv he­raus­ge­ris­sen ha­ben. Ob­wohl Noemi Raz fest vor­hat­te, so­fort nach dem Abi­tur nach Is­ra­el zu­rück­z­ukeh­ren, lebt sie im­mer noch in Deutsch­land. Zu­nächst blieb sie der Lie­be we­gen hier, dann, weil sie ein Kind hat­te, spä­ter we­gen der Ar­beit. Mitt­ler­wei­le lebt ihr Sohn als Arzt in Tel Aviv und sie be­sucht die Stadt re­gel­mä­ßig.
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