Standort und Projektmittelpunkt des maa ist Nordrhein-Westfalen. Die meisten Migrantinnen und Migranten, die hier zu Wort kommen, leben in NRW, dem bevölkerungsreichsten Bundesland. NRW war und ist eine der wichtigsten Einwanderungsregionen Europas. Jeder vierte Einwohner hat hier Migrationshintergrund.
Das hat bereits eine längere Tradition: Die Kohle,- Stahl-, Auto- und Textilindustrie in NRW zieht seit jeher Menschen an, die auf der Suche nach Arbeit und einem neuen Zuhause sind. Die polnischen Einwanderer (Ruhrpolen) wurden Ende des 19. Jahrhunderts als Bergarbeiter gebraucht und kamen in großer Zahl. Besonders vielfältig ist jedoch die Zuwanderung in NRW seit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland. Neben den Kriegsvertriebenen aus Osteuropa kamen vor allem die Arbeitsmigranten aus Südeuropa. Diese zog es in die Großstädte – und NRW ist mit dem Ruhrgebiet, der Rhein-Schiene und dem Dreieck Köln-Bonn-Düsseldorf in weiten Teilen ein urbanes Gebilde.
Spätestens mit dem „Anwerbestopp für Gastarbeiter“ 1973 endete diese Form der gesteuerten Einwanderung nach West-Deutschland. Aber auch danach kamen Menschen aus aller Welt. Sie kamen im Rahmen einer Familienzusammenführung oder je nach politischen Ereignissen, Kriegen oder Revolutionen aus Südamerika, Afrika, Afghanistan, dem Iran oder aus der Türkei. Nach dem Fall der Mauer kamen Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion, die nachweisen konnten, dass sie deutsche Vorfahren haben. Die jüngste große Gruppe stammt aus Syrien - Menschen, die vor dem Bürgerkrieg geflohen sind und in NRW Zuflucht suchen. Seit 2022 sind zudem viele Menschen aus der Ukraine nach Nordrhein-Westfalen gekommen; zugleich erreichen Geflüchtete aus afrikanischen Ländern Europa weiterhin über das Mittelmeer und über viele andere schwierige Routen, unter Bedingungen zunehmend geschlossener Grenzen und abgrenzender Drittstaaten.
Nicht zuletzt durch die umfangreiche Unterstützung des Projekts durch den WDR, Westdeutschen Rundfunk, mit dem terrestrischen und redaktionellen Sendegebiet NRW und den Wirkungskreis der nordrhein-westfälischen Stiftung für Umwelt und Entwicklung in Bonn lag der Schwerpunkt des migration-audio-archiv zunächst in Nordrhein-Westfalen.