wirsolingen.de

Erzählraum Solingen

Das neue Wir

Eine Ausstellung erzählter Stadt- und Migrationsgeschichten.

Februar bis Oktober 2027 im LVR-Industriemuseum Gesenkschmiede Hendrichs, Solingen, Merscheider Str. 289-297, 42699 Solingen.

Der Onlinebereich der Ausstellung entsteht unter wirsolingen.de.

Kuratorisches Team, Konzept und Ausstellungsentwicklung: Manuel Gogos & Justus Herrmann, gogosherrmann.de.

Eine Initiative von Stadt Solingen und Stadtdienst Integration, mit Netzwerkpartner*innen, Interviewpartner*innen, Leihgeber*innen und Storyminer*innen.


Leitmotiv und Einladung

Die Ausstellung versammelt Erzählungen von Menschen, die Solingen durch Migration geprägt haben – und bis heute prägen.

In der Tradition der Oral History berichten Zeitzeug*innen in Selbst-Erzählungen, wie sie in der Stadt angekommen sind, welche Wege sie gegangen sind und wie Migration ihren Alltag, ihre Arbeit, ihre Familien und ihre Zukunft beeinflusst hat; und auch umgekehrt – wie „Solingen“ sie und sich verändert.

Migration erscheint als hörbare und greifbare Lebenserfahrung – nicht abstrakt und statistisch. Die Stimmen der Erzähler*innen eröffnen Zugang zu persönlichen Geschichten der Arbeitsmigration ab den 1950er Jahren, zu Flucht und Ankunft, zu Bildung, Arbeit, Diskriminierung, Rassismus und ebenso zu Momenten von Solidarität, Zugehörigkeit und Erfolg.


Ein vielfältiges Mosaik aus Stimmen, Orten und Erfahrungen

Neben individuellen Biografien zeigt die Ausstellung auch Beispiele für Engagement, Selbstorganisation und gemeinschaftliche Praxis: Geschichten von Nachbarschaften, Vereinen und Initiativen, die verdeutlichen, wie Menschen das Zusammenleben gestalten – widersprüchlich, vielfältig, lebendig.

Dazu gehören ebenso die zahlreichen „Orte der Migration“ im Stadtraum Solingens: Betriebe, Wohnhäuser, Schulen, Straßen und Plätze, an denen Migration über Jahrzehnte sichtbar, hörbar und erfahrbar wird. Diese Orte verbinden persönliche Erinnerungen mit der kollektiven Geschichte der Stadt.


Hörbar, erzählerisch, digital erweitert

Die Ausstellung folgt einem akustischen und erzählerischen Zugang: O-Töne, Interviews, Klangräume und erzählte Biografien bilden einen vielstimmigen, mosaikhaften Raum, der Stadtgeschichte neu hör- und nachvollziehbar macht.

Parallel entsteht auf wirsolingen.de ein Onlinebereich, der die Ausstellung begleitet und einzelne Themen auch über die Ausstellungsräume hinaus zugänglich macht.


Ein Projekt vieler Partner*innen

Die Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit zwischen:

  • LVR-Industriemuseum Gesenkschmiede Hendrichs, Solingen
  • Stadt Solingen
  • Stadtdienst Integration
  • zahlreichen Netzwerkpartner*innen, Interviewpartner*innen und Storyminer*innen

Kuratorisches Team: Manuel Gogos & Justus Herrmann.

Gemeinsam formen sie ein erzählerisches Projekt, das Migration als integralen Teil der Geschichte und Gegenwart Solingens begreift – und „das neue Wir“ als offene, vielfältige und lebendige Perspektive auf Stadt.


Die Fußnote zur Wortmarke

* – das Sternchen: für Erzählungen statt Fußnoten – für das Miterzählte zwischen den Zeilen. Hier sprechen Menschen selbst, statt dass über sie geschrieben wird. Die Stimmen fügen der Stadt das hinzu, was in keinem Register steht.

? – das Fragezeichen: für das Weiterfragen – und Offen-lassen – über die fertigen Antworten hinaus.

! – das Ausrufezeichen: für Haltung und Stimme. Für das Gesagte, das Gesehene, das Gelebte; weil Stadt nur widersprüchlich und lebendig ist, wo Menschen selbst zu Wort kommen.


Erzählen & Hören als Methode

Wir arbeiten mit Stimmen – in den Vorbereitungen wie in der Ausstellung

Die Ausstellung baut auf erzählte Geschichte – auf Erinnerungen, Gespräche, Stimmen: Erzählungen aus erster Hand statt Illustrationen.

Aufbau und initiale Förderung​

Die Idee der langfristigen Arbeit des migration-audio-archiv wurde bereits in der Ausbauphase 2004-2006 insbesondere durch die umfangreiche finanzielle Unterstützung der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen, Bonn, ermöglicht. Im Weiteren durch das Engagement des WDR, Westdeutscher Rundfunk, sowie die Unterstützung und Administration durch EXILE-Kulturkoordination, Essen.
Die Initiatoren des Projekts – Sefa Inci Suvak und Justus Herrmann – führen die Arbeit des migration-audio-archiv kontinuierlich fort.
Eine wichtige Einrichtung hierbei ist der migration-audio-archiv e.V. – ein – auf dem Gebiet der Kultur und der kulturellen Bildung – als gemeinnutzig tätig anerkannter – eingetragener Verein.

Das migration-audio-archiv ist eine einzigartige Sammlung 'erzählter Migrationsgeschichte' in der Tradition der Oral History. Im wachsenden Archiv werden die biografischen Erzählungen der Migrantinnen und Migranten 'aufgehoben' –  bewahrt und aufwändig präsentiert zugleich. Es bietet somit Einblick in die vielfältige und vielstimmige Geschichte der Migration in Deutschland von 1955 bis heute.

Fassade mit Schriftzug Dortmunder Actien-Bier

Standort und Projektmittelpunkt des maa ist Nordrhein-Westfalen. Die meisten Migrantinnen und Migranten, die hier zu Wort kommen, leben in NRW, dem bevölkerungsreichsten Bundesland. NRW war und ist eine der wichtigsten Einwanderungsregionen Europas. Jeder vierte Einwohner hat hier Migrationshintergrund.
Das hat bereits eine längere Tradition: Die Kohle,- Stahl-, Auto- und Textilindustrie in NRW zieht seit jeher Menschen an, die auf der Suche nach Arbeit und einem neuen Zuhause sind. Die polnischen Einwanderer (Ruhrpolen) wurden Ende des 19. Jahrhunderts als Bergarbeiter gebraucht und kamen in großer Zahl. Besonders vielfältig ist jedoch die Zuwanderung in NRW seit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland. Neben den Kriegsvertriebenen aus Osteuropa kamen vor allem die Arbeitsmigranten aus Südeuropa. Diese zog es in die Großstädte – und NRW ist mit dem Ruhrgebiet, der Rhein-Schiene und dem Dreieck Köln-Bonn-Düsseldorf in weiten Teilen ein urbanes Gebilde.
Spätestens mit dem „Anwerbestopp für Gastarbeiter“ 1973 endete diese Form der gesteuerten Einwanderung nach West-Deutschland. Aber auch danach kamen Menschen aus aller Welt. Sie kamen im Rahmen einer Familienzusammenführung oder je nach politischen Ereignissen, Kriegen oder Revolutionen aus Südamerika, Afrika, Afghanistan, dem Iran oder aus der Türkei. Nach dem Fall der Mauer kamen Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion, die nachweisen konnten, dass sie deutsche Vorfahren haben. Die jüngste große Gruppe stammt aus Syrien - Menschen, die vor dem Bürgerkrieg geflohen sind und in NRW Zuflucht suchen. Seit 2022 sind zudem viele Menschen aus der Ukraine nach Nordrhein-Westfalen gekommen; zugleich erreichen Geflüchtete aus afrikanischen Ländern Europa weiterhin über das Mittelmeer und über viele andere schwierige Routen, unter Bedingungen zunehmend geschlossener Grenzen und abgrenzender Drittstaaten.

Nicht zuletzt durch die umfangreiche Unterstützung des Projekts durch den WDR, Westdeutschen Rundfunk, mit dem terrestrischen und redaktionellen Sendegebiet NRW und den Wirkungskreis der nordrhein-westfälischen Stiftung für Umwelt und Entwicklung in Bonn lag der Schwerpunkt des migration-audio-archiv zunächst in Nordrhein-Westfalen.

Projektinitiatoren

Sefa Inci Suvak
Justus Herrmann

Team

Redaktion / Projektleitung

Sefa Inci Suvak
Justus Herrmann

Projektassistenz / redaktionelle Mitarbeit

Greta Neff
Florentine Kirchhof

Projektassistenz (hist.)

Michelle Clermont
Elisabeth Miess
Heike Mathias
Simone Pfeifer
Nina Marczan

Wissenschaftliche Mitarbeit (hist.)

Anja Dreschke
Simone Pfeifer

Öffentlichkeitsarbeit / Presse (HIST.)

Prasanna Oommen-Hirschberg

Zusätzliche Audiobearbeitung

Robert Geisler
Rafael Durcic (hist.)

Webentwicklung / Design

Justus Herrmann / artradio.de

(mobile / 2015)
Christine Bolz
Ralf Dank

(1st Gen 2007)
Wulf Sternebeck
Sascha Zimmer / Frey

Projektträgerschaft / Official Project Carrier (2004–2006)

EXILE Kulturkoordination, Essen
Leiterin: Tina Jerman

Unterstützung & Förderung

Westdeutscher Rundfunk (WDR), Köln
Wolfgang Schmitz, ehem. Hörfunkdirektor WDR
Wellenleitung WDR 5
Mark vom Hofe, Verbindungsredakteur

Stiftung für Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen, Bonn
Eberhard Neugebohrn, Geschäftsführer

Exile Kulturkoordination e.V., Essen
Tina Jerman, Geschäftsführerin

Bundesstiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ), Berlin

Facetten der Migration
  • Arbeitsmigranten (die sogenannten „Gastarbeiter“, MigrantInnen in Pflegeberufen, für die IT-Branche, Baustellen, Lebensmittelproduktion, Erntehelfer, Feldarbeit etc.)
  • Kriegs- und Bürgerkriegsflüchtlinge
  • Politische Flüchtlinge
  • Wirtschaftsflüchtlinge
  • Flüchtlinge aus religiösen Gründen
  • Umweltflüchtlinge (Menschen, die sich aufgrund von Umweltveränderungen oder Naturkatastrophen gezwungen sehen, ihre Heimat zu verlassen und sich auf die Flucht zu begeben. Für den Fall, dass die globale Erwärmung als Ursache der Umweltveränderung angesehen wird, spricht man auch von Klimaflüchtlingen.
    Genaue Zahlen zum Umfang von Umweltflucht existieren nicht, weil sie bislang weder eindeutig definiert noch rechtlich geklärt ist oder statistisch einheitlich erfasst wird. Schätzungen zur Migration aufgrund von Umweltproblemen gehen von einer Größenordnung zwischen grob 50 und 150 Mio. betroffenen Menschen aus, mit rapide steigender Tendenz.
  • Exilanten (politisches Exil, zum Beispiel aus Chile, Argentinien, Iran, Türkei, Afghanistan, Eritrea etc.)
  • Zuzug aus den neuen EU-Mitgliedsstaaten (eine große Einwanderergruppe der letzten Jahrzehnte stammt aus Osteuropa – größtenteils aufgrund der großzügigeren Einreisebedingungen durch die fortschreitende EU-Erweiterung, aber auch immer noch durch den Nachweis deutscher Vorfahren)
  • Jüdische Einwanderung aus Osteuropa und der ehemaligen Sowjetunion
  • Studierende aus aller Welt
  • Familienzusammenführung (Heirat, Kindernachzug u.Ä.)
Uncertain States @ Akademie der Künste Berlin

Ausstellungsbeteiligung des maa in der Akademie der Künste Berlin im Rahmen der Ausstellung und Veranstaltungsreihe „Uncertain States – Künstlerisches Handeln in Ausnahmezuständen“ als Sonderedition und interaktive Audioinstallationen & Hörstationen

Mittlerweile umfasst das Archiv die Erzählungen von rund 150 Frauen, Männer und Jungendliche – unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Herkunft – Wie und warum sind sie nach Deutschland gekommen, wie war ihre Reise oder Flucht, wie wurden sie empfangen? Sie erzählen über die Ursachen und Motive ihrer Emigration – wirtschaftliche, politische und persönliche. Welche Vorstellungen von Deutschland sie hatten und von ihren ersten Eindrücken in diesem Land. Wo gingen die Kinder zur Schule, welche Arbeiten haben sie verrichtet, wo haben sie gewohnt und ihre Lebensmittel eingekauft und wie war der Kontakt zu den Deutschen?
 Sie erzählen damit auch immer ein Stück Geschichte der Bundesrepublik Deutschland: Migrationsgeschichte, Sozialgeschichte, Mentalitätsgeschichte, Alltags- und Kulturgeschichte - subjektiv, persönlich, authentisch, mit eigener Stimme, ohne Unterbrechungen; tontechnisch, dramaturgisch und erzählerisch in bester Hörfunkqualität.

Publikationen

Veröffentlicht werden die Erzählungen des migration-audio-archiv in mehreren Formen und Formaten:

  • Im ,audioweb’ – auf dieser Website – sind die Erzählungen zu hören, zu sehen, zu lesen; 'gestreamt' wird in einer umfangreichen, interaktiven Text- und Bildumgebung und in herausragender Tonqualität.
    (Die Website wurde bereits in der ursprünglichen Fassung direkt bei der Erstveröffentlichung 2006 für den Grimme Online Award nominiert.)
  • In Kooperation mit dem Medienpartner WDR wird eine Vielzahl der erzählten Migrationsgeschichten im Hörfunk gesendet. (Als Einzelerzählungen 'erlebte Geschichte' – sowie als mehrstündige Sondersendungen) 
  • In den 'mediachairs' – den ,intelligenten Hörmöbeln' – touren die Erzählungen an zahlreiche Orte, begleitend zu Ausstellungen und Kongressen oder als eigenständige Installationen.

Ziel des maa ist es, die Facetten der Migration in der Öffentlichkeit hörbar zu machen und Menschen ausführlich zu Wort kommen zu lassen, 'über die viel gesprochen wurde und wird, die aber selten selbst zu Wort kommen'. Ihre individuellen Geschichten sollen hörbar-erlebbar sein; über die Internetpräsenz des migration-audio-archiv, aber auch durch Publikationen, Ausstellungen, Lehrmaterialien, Podcasts und viele weitere Verbreitungswege. Das maa möchte Impulse geben, die die interkulturelle Kommunikation, aber auch die Kommunikation innerhalb der „Communities“ anregt.
Zweck unserer Arbeit ist es nicht zuletzt, die Geschichte der Bundesrepublik um die Perspektive der Migranten zu bereichern und so bisher weitgehend unbeachtete Aspekte der Vergangenheit und Gegenwart – der Geschichte und der Menschen in Deutschland – aufzuzeigen.

  • Facetten der Migration in der Öffentlichkeit hörbar machen
  • die Geschichte der Bundesrepublik um die Perspektive der Migranten bereichern – und bisher weitgehend unbeachtete Aspekte der bundesrepublikanischen Geschichte aufzeigen
  • Migrationsgeschichte sinnlich erlebbar machen und vermitteln
  • Menschen ausführlich zu Wort kommen lassen, über die viel gesprochen wird, die ihrerseits selten zu Wort kommen
  • Kommunikation und Diskurs anregen durch die Publikationen, Ausstellungen, Internetpräsenz und Hörfunksendungen
  • Impulse geben, die die Kommunikation auch innerhalb der 'Communities' anregt, zum Beispiel zwischen den Generationen: Die wenigsten
    Jugendlichen mit Migrationshintergrund kennen die Geschichte ihrer
    Großeltern, der „Gastarbeitergeneration“
  • Angebote/Material schaffen für ‚interkulturelle Medienbildung’ und zur Förderung von 'interkultureller Kompetenz‘, in Form von Workshops für Kinder und Jugendliche, Seminaren für Studierende und Lehramtsanwärter/innen
  • Projektentwicklung im Kontext Museum, Kunst- und Kulturinstitutionen sowie Bildungsinstitutionen wie Schule und Universität
  • Herstellung und Verbreitung von Lehr- und Unterrichtsmaterialien
  • Vernetzung vielfältiger Art
Netz-Präsenz

Der Kern des migration-audio-archiv ist der interaktive Bereich der 'erzählten Migrationsgeschichte/n' – O-Ton/Originaltonerzählungen als sorgsam editiertes Audio – umfangreich redaktionell betextet und kapitelweise begleitet mit biografischem Bildmaterial und orientierenden Kapitelbeschriftungen (Zitate, Überschriften, Abstracts).

Ansichten für Desktop & mobile:

Ansicht für Desktop / Computer

Aufbau / Struktur / Design / 'Interface'

Die Bedienung, Navigation, Gestaltung (interface/ux) ist mehrschichtig, intuitiv und unterstützt das Hören – durch zurückhaltend-begleitende Bildschirmelemente (auf der ersten Ebene - mit Vertiefungen und Erweiterungen 'darunter')

Ansicht für mobile / smartfone

(Gründe für) Migration

Manche fliehen vor Verfolgung, Kriegen, Diktaturen oder Naturkatastrophen, aus sozialer oder wirtschaftlicher Not, aus einer unglücklichen Ehe oder einem autoritären Elternhaus; wieder andere folgen ihrer großen Liebe, der Arbeit oder anderen Verlockungen und Notwendigkeiten – die Gründe, sein Land zu verlassen, sind so politisch, persönlich wie vielfältig; die Art und Weise und die Erfahrungen in Deutschland anzukommen, sind es auch.

openword

hier: 'mediachairs' als Hör-/Raum im Raum
,Intelligente Hörmöbel’ – mobile Ausstellungsmodule, skulpturale Sitzelemente – mit einfachster, individueller Steuerung und besonderem akustischen Erlebniswert.
  
Die mediachairs können auch als begleitender Teil größerer Ausstellungen und Veranstaltung sowie als permanente Einrichtung individuell konfektioniert werden.

Hörfunk/Radioformate

Das migration-audio-archiv ‚hebt sie auf‘, die erzählte Migrationsgeschichte und publiziert sie, sorgsam editiert, im – neben dem Internet – denkbar schönsten Medium: dem Hörfunk.

Migrantinnen und Migranten berichten über ihr Leben im Herkunftsland, von den Gründen ihrer Ausreise, von Reise- und Fluchtwegen, von Passkontrollen, Ämtern, Hoffnung, Liebe, Heimat – eben über ihr Leben in Deutschland.

Mit dem Medienpartner WDR – Westdeutscher Rundfunk, senden wir die Erzählungen in unterschiedlichen Formaten, vor allem als durchgehende Erzählungen – frei von Unterbrechungen und   Zwischenfragen.

Für die mehrstündigen, aufwändig produzierten Sonderformate wie 'WDR5-Spezial' – 'erzählte Migrationsgeschichte' gilt der besondere Dank – Mark vom Hofe, ehem. Redakteur WDR5 und dem ehem. Wellenchef WDR5 Wolfgang Schmitz – sowie den gesamten Teams von Moderation wie Elif Senel, Sprecher*innen, Techniker*innen und anderen beteiligten.

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Erzählraum Solingen

Das neue Wir

Eine Ausstellung erzählter Stadt- und Migrationsgeschichten.

Februar bis Oktober 2027 im LVR-Industriemuseum Gesenkschmiede Hendrichs, Solingen, Merscheider Str. 289-297, 42699 Solingen.

Der Onlinebereich der Ausstellung entsteht unter wirsolingen.de.

Kuratorisches Team, Konzept und Ausstellungsentwicklung: Manuel Gogos & Justus Herrmann, gogosherrmann.de.

Eine Initiative von Stadt Solingen und Stadtdienst Integration, mit Netzwerkpartner*innen, Interviewpartner*innen, Leihgeber*innen und Storyminer*innen.


Leitmotiv und Einladung

Die Ausstellung versammelt Erzählungen von Menschen, die Solingen durch Migration geprägt haben – und bis heute prägen.

In der Tradition der Oral History berichten Zeitzeug*innen in Selbst-Erzählungen, wie sie in der Stadt angekommen sind, welche Wege sie gegangen sind und wie Migration ihren Alltag, ihre Arbeit, ihre Familien und ihre Zukunft beeinflusst hat; und auch umgekehrt – wie „Solingen“ sie und sich verändert.

Migration erscheint als hörbare und greifbare Lebenserfahrung – nicht abstrakt und statistisch. Die Stimmen der Erzähler*innen eröffnen Zugang zu persönlichen Geschichten der Arbeitsmigration ab den 1950er Jahren, zu Flucht und Ankunft, zu Bildung, Arbeit, Diskriminierung, Rassismus und ebenso zu Momenten von Solidarität, Zugehörigkeit und Erfolg.


Ein vielfältiges Mosaik aus Stimmen, Orten und Erfahrungen

Neben individuellen Biografien zeigt die Ausstellung auch Beispiele für Engagement, Selbstorganisation und gemeinschaftliche Praxis: Geschichten von Nachbarschaften, Vereinen und Initiativen, die verdeutlichen, wie Menschen das Zusammenleben gestalten – widersprüchlich, vielfältig, lebendig.

Dazu gehören ebenso die zahlreichen „Orte der Migration“ im Stadtraum Solingens: Betriebe, Wohnhäuser, Schulen, Straßen und Plätze, an denen Migration über Jahrzehnte sichtbar, hörbar und erfahrbar wird. Diese Orte verbinden persönliche Erinnerungen mit der kollektiven Geschichte der Stadt.


Hörbar, erzählerisch, digital erweitert

Die Ausstellung folgt einem akustischen und erzählerischen Zugang: O-Töne, Interviews, Klangräume und erzählte Biografien bilden einen vielstimmigen, mosaikhaften Raum, der Stadtgeschichte neu hör- und nachvollziehbar macht.

Parallel entsteht auf wirsolingen.de ein Onlinebereich, der die Ausstellung begleitet und einzelne Themen auch über die Ausstellungsräume hinaus zugänglich macht.


Ein Projekt vieler Partner*innen

Die Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit zwischen:

  • LVR-Industriemuseum Gesenkschmiede Hendrichs, Solingen
  • Stadt Solingen
  • Stadtdienst Integration
  • zahlreichen Netzwerkpartner*innen, Interviewpartner*innen und Storyminer*innen

Kuratorisches Team: Manuel Gogos & Justus Herrmann.

Gemeinsam formen sie ein erzählerisches Projekt, das Migration als integralen Teil der Geschichte und Gegenwart Solingens begreift – und „das neue Wir“ als offene, vielfältige und lebendige Perspektive auf Stadt.


Die Fußnote zur Wortmarke

* – das Sternchen: für Erzählungen statt Fußnoten – für das Miterzählte zwischen den Zeilen. Hier sprechen Menschen selbst, statt dass über sie geschrieben wird. Die Stimmen fügen der Stadt das hinzu, was in keinem Register steht.

? – das Fragezeichen: für das Weiterfragen – und Offen-lassen – über die fertigen Antworten hinaus.

! – das Ausrufezeichen: für Haltung und Stimme. Für das Gesagte, das Gesehene, das Gelebte; weil Stadt nur widersprüchlich und lebendig ist, wo Menschen selbst zu Wort kommen.


Erzählen & Hören als Methode

Wir arbeiten mit Stimmen – in den Vorbereitungen wie in der Ausstellung

Die Ausstellung baut auf erzählte Geschichte – auf Erinnerungen, Gespräche, Stimmen: Erzählungen aus erster Hand statt Illustrationen.

Zwei Mediachairs als Hoerraum im Raum in einer dunklen Studiosituation.

mediachairs als Ausstellungserlebnis; Hör-/Raum im Raum

„Intelligente Hörmöbel“: mobile Ausstellungsmodule und skulpturale Sitzelemente, die eine einfache individuelle Steuerung mit einem besonderen akustischen Raumerlebnis verbinden. In ihnen entstehen kleine Hör-/Räume im Raum: konzentriert, zugänglich und offen für die Stimmen des migration-audio-archiv.

Für Ausstellungen entfalten die mediachairs ihre Wirkung besonders im Zusammenspiel mehrerer Module. Sie können als eigenständige Hörinseln, als begleitender Teil größerer Ausstellungen und Veranstaltungen oder als permanente Einrichtung individuell konfektioniert werden.

Das Ausstellungsprogramm des migration-audio-archiv macht die Erzählungen in eigens entwickelten, erprobten und vielfach eingesetzten Hörumgebungen erfahrbar: in mediachairs, bei Kongressen, Messen und Festivals, ausstellungsbegleitend oder als eigener Programmbestandteil. Ergänzend bietet das Team ein breites Spektrum an Expertise: von Projektpräsentationen und Workshops bis zur kuratorischen und gestalterischen Konzeption ganzer Ausstellungssituationen.

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