Roberto Ciulli ließ nach einer tiefen Lebenskrise seine großbürgerliche Herkunft in Mailand zurück und kam Mitte der 60er-Jahre völlig mittellos nach Deutschland. Hier schlug sich der Regisseur und Doktor der Philosophie einige Jahre als Gastarbeiter in einer Fabrik durch, bevor er wieder im Theater Fuß fassen konnte. Heute ist er einer der renommiertesten Regisseure Deutschlands.
Die kommende Ausstellung (ab 2027)
in der LVR-Industriemuseum Gesenkschmiede Hendrichs, Solingen,
getragen vom LVR, der Stadt Solingen und dem Stadtdienst Integration,
kuratiert von gogosherrmann.de in Kooperation mit migration-audio-archiv.de.
„DAS NEUE WIR“ – Leitmotiv und Einladung
Es beschreibt die Möglichkeit eines Wir, das entsteht,
wenn die Geschichten der Migration hörbar und sichtbar werden –
vielstimmig, widersprüchlich, gemeinsam erzählt.
Eine Ausstellung erzählter Stadt- und Migrationsgeschichte
Die Ausstellung „wirsolingen.de?! – Das neue Wir“ versammelt Erzählungen von Menschen,
die Solingen durch Migration geprägt haben – und bis heute prägen.
In der Tradition der Oral History berichten Zeitzeug*innen in Selbst-Erzählungen,
wie sie in der Stadt angekommen sind, welche Wege sie gegangen sind
und wie Migration ihren Alltag, ihre Arbeit, ihre Familien
und ihre Zukunft beeinflusst hat.
Migration erscheint hier nicht abstrakt oder statistisch,
sondern als hörbare und greifbare Lebenserfahrung.
Ihre Stimmen eröffnen Zugang zu persönlichen Geschichten der
Arbeitsmigration ab den 1950er Jahren, zu Flucht und Ankunft,
zu Bildung, Arbeit, Diskriminierung, Rassismus
und ebenso zu Momenten von Solidarität, Zugehörigkeit und Erfolg.
Ein vielfältiges Mosaik aus Stimmen, Orten und Erfahrungen
Neben individuellen Biografien zeigt die Ausstellung auch Beispiele für
Engagement, Selbstorganisation und gemeinschaftliche Praxis:
Geschichten von Nachbarschaften, Vereinen und Initiativen,
die verdeutlichen, wie Menschen das Zusammenleben gestalten –
widersprüchlich, vielfältig, lebendig.
Dazu gehören ebenso die zahlreichen „Orte der Migration“ im Stadtraum Solingens:
Betriebe, Wohnhäuser, Schulen, Straßen und Plätze,
an denen Migration über Jahrzehnte sichtbar, hörbar und erfahrbar wird.
Diese Orte verbinden persönliche Erinnerungen
mit der kollektiven Geschichte der Stadt.
Hörbar, erzählerisch, digital erweitert
Die Ausstellung folgt einem akustischen und erzählerischen Zugang:
O-Töne, Interviews, Klangräume und erzählte Biografien
bilden einen vielstimmigen, mosaikhaften Raum,
der Stadtgeschichte neu hör- und nachvollziehbar macht.
Parallel entsteht der digitale Bereich wirsolingen.de,
der zusätzliche Materialien bietet: Stimmen, Orte, Themen,
sowie Verlinkungen zu weiterführenden Inhalten und O-Ton-Erzählungen.
Ein Projekt vieler Partner*innen
Die Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit zwischen:
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LVR-Industriemuseum Gesenkschmiede Hendrichs, Solingen
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Stadt Solingen
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Stadtdienst Integration
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zahlreichen Netzwerkpartnerinnen, Interviewpartnerinnen, Storyminer*innen
Kuratorisches Team:
Manuel Gogos & Justus Herrmann
Gemeinsam formen sie ein erzählerisches Projekt,
das Migration als integralen Teil der Geschichte und Gegenwart Solingens begreift –
und „das neue Wir“ als offene, vielfältige und lebendige Perspektive auf Stadt



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