wirsolingen.de

Erzählraum Solingen

Das neue Wir

Eine Ausstellung erzählter Stadt- und Migrationsgeschichten.

Februar bis Oktober 2027 im LVR-Industriemuseum Gesenkschmiede Hendrichs, Solingen, Merscheider Str. 289-297, 42699 Solingen.

Der Onlinebereich der Ausstellung entsteht unter wirsolingen.de.

Kuratorisches Team, Konzept und Ausstellungsentwicklung: Manuel Gogos & Justus Herrmann, gogosherrmann.de.

Eine Initiative von Stadt Solingen und Stadtdienst Integration, mit Netzwerkpartner*innen, Interviewpartner*innen, Leihgeber*innen und Storyminer*innen.


Leitmotiv und Einladung

Die Ausstellung versammelt Erzählungen von Menschen, die Solingen durch Migration geprägt haben – und bis heute prägen.

In der Tradition der Oral History berichten Zeitzeug*innen in Selbst-Erzählungen, wie sie in der Stadt angekommen sind, welche Wege sie gegangen sind und wie Migration ihren Alltag, ihre Arbeit, ihre Familien und ihre Zukunft beeinflusst hat; und auch umgekehrt – wie „Solingen“ sie und sich verändert.

Migration erscheint als hörbare und greifbare Lebenserfahrung – nicht abstrakt und statistisch. Die Stimmen der Erzähler*innen eröffnen Zugang zu persönlichen Geschichten der Arbeitsmigration ab den 1950er Jahren, zu Flucht und Ankunft, zu Bildung, Arbeit, Diskriminierung, Rassismus und ebenso zu Momenten von Solidarität, Zugehörigkeit und Erfolg.


Ein vielfältiges Mosaik aus Stimmen, Orten und Erfahrungen

Neben individuellen Biografien zeigt die Ausstellung auch Beispiele für Engagement, Selbstorganisation und gemeinschaftliche Praxis: Geschichten von Nachbarschaften, Vereinen und Initiativen, die verdeutlichen, wie Menschen das Zusammenleben gestalten – widersprüchlich, vielfältig, lebendig.

Dazu gehören ebenso die zahlreichen „Orte der Migration“ im Stadtraum Solingens: Betriebe, Wohnhäuser, Schulen, Straßen und Plätze, an denen Migration über Jahrzehnte sichtbar, hörbar und erfahrbar wird. Diese Orte verbinden persönliche Erinnerungen mit der kollektiven Geschichte der Stadt.


Hörbar, erzählerisch, digital erweitert

Die Ausstellung folgt einem akustischen und erzählerischen Zugang: O-Töne, Interviews, Klangräume und erzählte Biografien bilden einen vielstimmigen, mosaikhaften Raum, der Stadtgeschichte neu hör- und nachvollziehbar macht.

Parallel entsteht auf wirsolingen.de ein Onlinebereich, der die Ausstellung begleitet und einzelne Themen auch über die Ausstellungsräume hinaus zugänglich macht.


Ein Projekt vieler Partner*innen

Die Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit zwischen:

  • LVR-Industriemuseum Gesenkschmiede Hendrichs, Solingen
  • Stadt Solingen
  • Stadtdienst Integration
  • zahlreichen Netzwerkpartner*innen, Interviewpartner*innen und Storyminer*innen

Kuratorisches Team: Manuel Gogos & Justus Herrmann.

Gemeinsam formen sie ein erzählerisches Projekt, das Migration als integralen Teil der Geschichte und Gegenwart Solingens begreift – und „das neue Wir“ als offene, vielfältige und lebendige Perspektive auf Stadt.


Die Fußnote zur Wortmarke

* – das Sternchen: für Erzählungen statt Fußnoten – für das Miterzählte zwischen den Zeilen. Hier sprechen Menschen selbst, statt dass über sie geschrieben wird. Die Stimmen fügen der Stadt das hinzu, was in keinem Register steht.

? – das Fragezeichen: für das Weiterfragen – und Offen-lassen – über die fertigen Antworten hinaus.

! – das Ausrufezeichen: für Haltung und Stimme. Für das Gesagte, das Gesehene, das Gelebte; weil Stadt nur widersprüchlich und lebendig ist, wo Menschen selbst zu Wort kommen.


Erzählen & Hören als Methode

Wir arbeiten mit Stimmen – in den Vorbereitungen wie in der Ausstellung

Die Ausstellung baut auf erzählte Geschichte – auf Erinnerungen, Gespräche, Stimmen: Erzählungen aus erster Hand statt Illustrationen.

Mikrofon und gestikulierende Hände in einer Aufnahmesituation
Das besondere Format ist Audio: Wir lassen die Erzählenden selbst sprechen. Nicht Fragen, Moderation oder Kommentar stehen im Vordergrund, sondern Stimme, Akzent, Rhythmus, Pause und Erinnerung. So wird Migrationsgeschichte nicht nur erzählt, sondern hörbar.
Wandbild Studio Cologne an einer Hausfassade
Nordrhein-Westfalen ist Standort und Resonanzraum des maa. Viele Erzählende leben hier; Ruhrgebiet, Rhein-Schiene, Einwanderungsgeschichte, WDR-Kontext und Projektförderung prägen die Sammlung und die öffentliche Wirkung des Archivs.
migration-audio-archiv.de und migrationnarratives.org machen erzählte Migrationsgeschichte öffentlich zugänglich. Im Zentrum stehen biografische Stimmen von Migrantinnen und Migranten, die bewahrt, sorgfältig editiert und in unterschiedlichen Formaten präsentiert werden.
‚Flucht‘ – Publikations/Kooperation mit ‚Kursbuch‘
Das Kursbuch 183 erschien 2015 als aufwändige Sonderedition mit ausklappbarem Umschlag und QR-Codes zu ausgewählten Flucht-Erzählungen des migration-audio-archivs (maa). Schon damals wurde deutlich, dass öffentliche Kategorien wie Flucht oder Integration zu kurz greifen. Das maa zeigt seit über zwanzig Jahren: Individuelle Stimmen füllen diese Begriffe mit wirklichen Geschichten. ClimateNarratives führt dies fort – an der Schnittstelle von Klimawandel und Migration.
Das Ziel des maa ist, Migrationsgeschichte hörbar zu machen. Menschen, über die viel gesprochen wird, kommen selbst zu Wort. Ihre Erzählungen eröffnen Perspektiven auf Herkunft, Ankunft, Alltag, Erinnerung und die öffentliche Kommunikation über Migration.
(Gründe für) Migration
Warum Menschen migrieren, ist nie nur eine Geschichte. Arbeit, Flucht, Liebe, Studium, Verfolgung, Armut, Familie oder Neugier können Gründe sein. Das maa zeigt diese Vielfalt ohne einfache Ordnung und lässt die Erfahrungen der Erzählenden im Vordergrund.
Das Archiv umfasst rund 150 erzählte Lebensgeschichten von Frauen, Männern und Jugendlichen unterschiedlicher Herkunft und Generationen. Es fragt nach Wegen nach Deutschland, nach Empfang, Arbeit, Familie, Flucht, Erinnerung und persönlicher Erfahrung.
Facetten der Migration
Migration hat viele Facetten: Arbeitsmigration, Flucht, Exil, Studium, Familiennachzug, politische Verfolgung, wirtschaftliche Not und persönliche Entscheidungen. Das maa zeigt diese Beweggründe als offene, vielstimmige Geschichte statt als feste Kategorie.
Das migration-audio-archiv ist aus vielen Arbeitsphasen, Förderungen und Kooperationen entstanden. Hier werden Initiator*innen, Redaktion, Mitarbeit, Partner und Unterstützer sichtbar: die konkrete Projektgeschichte hinter den erzählten Lebensgeschichten.
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